Nicht noch ein Jahresrückblick, sondern „nur“ ein Glücksmoment

Der Jahreswechsel bedeutet für viele einen Schnitt zu machen. Neujahrsvorsätze, wie es so schön heißt, sollen dabei helfen, dass das neue Jahr (noch) besser wird.
Menschen schließen mit alten Dingen ab, blicken voller Elan dem neuen Jahr entgegen.

Vorsätze sind nicht so mein Ding. Entweder ändere ich es sofort oder ich lasse es bleiben. Wenn ich etwas ändern möchte, muss ich nicht auf den Wochen-, Monats oder Jahresbeginn warten.  Natürlich gibt es immer wieder Rückschläge und Phasen, in denen der Kopf und Kalender mit anderen Pflichten überfüllt ist, doch man darf nicht vergessen für sich zu leben- und nicht für andere.

Trotzdem mag ich Silvester sehr gerne. Ich gebe zu, ich liebe Feuerwerk. Dafür mag ich diesen ganzen Und-wo-feierst-du-Silvester-Kram nicht so gerne. Wobei ich mich dieses Jahr auch auf meinen Silvester-Abend freue :)

Aber es gibt einen Zeitpunkt an Silvester, da ziehe ich mich gerne zurück, gucke in die Sterne und denke so an das vergangene Jahr. Klingt ziemlich kitschig, aber man nimmt dann erstmal wahr, was alles so passiert ist. Ich habe mich im Januar dazu entschieden, meine Flüge für Indonesien zu buchen und seit dem Zeitpunkt auf den Sommer hingefiedert. Sechs Wochen raus, sechs Wochen Freiheit, sechs Wochen Abenteuer und endlich wieder ein Surfbord unter den Füßen! Im März habe ich angefangen an meinem Blog zu basteln, damit ich ihn im Mai stolz der Welt präsentieren konnte.

Die Zeit bis Indonesien war super, aber auch sehr anstrengend. Ich habe mich immer mehr in Bonn eingelebt und die Stadt und meine neuen Freunde lieben gelernt. Ich war viel draußen und konnte mein Glück gar nicht fassen, nur ein paar Meter vom Wasser entfernt zu wohnen! Das Sommersemester habe ich meistens am Rhein, auf der Hofgartenwiese oder im Schwimmbad verbracht- so lasen sich die Uni-Texte deutlich angenehmer.

Doch die ganzen langen Wochenenden saß ich im Büro und habe gearbeitet, versucht möglichst viel Geld zur Seite zu legen und dafür den kleinen Dingen Bedeutung zu schenken.

Der zurück zu meinem Kitsch-Moment an Silvester. Eine Frage stelle ich mir dabei immer:

Wann war ich dieses Jahr am Glücklichsten?

Es gibt sehr viele Momente, in denen ich sehr glücklich war. Ich saß oft mit Freunden und einem Bier oder Wein am Rhein und habe das Leben genossen. Doch oft haben sich unsere Gespräche verständlicherweise über anstehende Prüfungen, Klausuren und ähnliches gedreht. Doch es gab dieses Jahr einen ganz besondereren Moment, in dem ich unendlich glücklich war: Es war meine letzte Woche in Indonesien. Ich war mittlerweile in Kuta auf Lombok, der Nachbarinsel von Bali. In dem Ort bin ich versackt, denn es war genau das, was ich mir erträumt hatte. Ein kleines Fischerdorf, indem jeder jeden kennt, ein gesunder Mix aus Locals und Touristen besteht und sich alles ums Surfen dreht. Durch viele Zufälle habe ich Mahalia kennengelernt: eine Französin, die in Kapstadt lebt und mein Surf-Buddy wurde. Unser ganzer Tag drehte sich ums Surfen. Einen Morgen hatten wir eine super Session (für unsere Verhältnisse) im Wasser, wenig andere Surfer in unseren Wellen und waren voller Adrenalin als wir von Gerupuk, dem Spot, zurück nach Kuta fuhren. Mahalia hatte keinen Roller, weswegen wir zusammen auf meinem Blümchen-Roller gefahren sind. Wir waren beide noch klitschnass vom Wasser, saßen da in unsere Sarongs eingewickelt, die Sonnencreme verschmiert im Gesicht, mit dem dicksten Lächeln auf den Gesichtern und fuhren an Büffelherden und Tabakplantagen vorbei. Und auf einmal fingen wir beide an „Hit the Road, Jack“ zu singen. So simpel, aber definitiv einer der schönsten Momente im Jahr 2015, weil ich absolut alles um mich herum vergas. Uni, Geld, Aussehen, Verpflichtungen- alles unwichtig. Es zählte nur dieser eine Moment. Und immer wenn ich jetzt diesen Song höre, denke ich genau daran zurück :)

In diesem Sinne wünsche ich dir einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein Jahr mit ganz vielen von diesen besonderen Glücksmomenten.

Jana :)

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Hello und willkommen bei rucksackstudentin.de! :)
Ich bin Jana und eine absolute Weltenbummlerin. Mich plagt ein ständiges Fernweh, das mich immer wieder spontan in die Welt treibt.
Meer, Wellen, Berge, Abenteuer- ich zähle keine Länder, sondern die Erlebnisse!
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