Mein Wander-Albtraum auf Teneriffa

Ich mache gerade mein Auslandsemester in La Laguna auf Teneriffa und wollte hier eigentlich surfen lernen. Deswegen habe ich mir auch ein Surfboard gekauft und mich im Wasser an den Wellen versucht. Leider habe ich eine Ohrenentzündung bekommen und durfte für einige Zeit nicht ins Wasser… Da meine Freunde wandern gehen wollte, habe ich mich entschieden mitzukommen und es kurz darauf bitterlich bereut 😬

Man sollte sich vorher auch selber schlau machen…

Der Plan war von Punta del Hidalgo im Norden Teneriffas in das Höhlendorf Chinamada zu wandern. Ich hatte mir das Ganze vorher gar nicht angesehen, sondern darauf vertraut, was die anderes schon herausgesucht hatten.

Anfahrt

Von La Laguna ging es mit dem Bus (Linie 50 oder 105) nach Punta del Hidalgo. Wir sind zunächst in der Stadt ausgestiegen und haben gemütlich einen Kaffee getrunken, um danach dann den Einstieg in die Wanderung zu suchen.

Von hier aus starten die Wanderwege - gleichzeitig die Endstation der Buslinien 50 und 105
Von hier aus starten die Wanderwege – gleichzeitig die Endstation der Buslinien 50 und 105

Leider hat die Suche etwas länger gedauert und wir sind fast eine Stunde gelaufen bis wir den Anfang gefunden haben. Am einfachsten ist es mit dem Bus bis zur Endstation zu fahren, denn dann bist du direkt am Einstieg des Wandergebietes.

Ehrlich gesagt bin ich kein großer Wanderfan, wenn am Ende nicht eine Belohnung in Art von einer besonderen Aussicht oder ähnlichem auf mich wartet. Dieses Mal sollte es das alte Höhlendorf Chinamada sein.

Dann mal ab auf die Spitze!

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Los ging es auf Meerniveau. Da habe ich noch gescherzt, wie es wohl wäre, auf eine der Bergspritzen zu wandern. Naja, ich habe recht schnell gemerkt, dass unser Weg wirklich da hinauf ging. Der Weg an sich war nicht sonderlich gut ausgebaut, aber solange man den Blick auf den Boden gerichtet hielt, konnte man gut laufen.

Die Landschaft war zwar recht trocken, aber der Blick in die Berge war beeindruckend! Allerdings konnte ich den Blick nicht so genießen, denn es ging dauerhaft bergauf und ich musste ja immer auf den Boden gucken, um den Weg zu treffen.punta_de_hidalgo_08

Die Sonne hat ziemlich geknallt und wir hätten auf jeden Fall Hüte oder irgendeinen Kopfschutz benötigt – und mehr Wasser! Mit unseren 1,5l pro Person waren wir für das Wetter und den Anstieg auf jeden Fall zu schlecht ausgestattet… Fairer Weise muss ich dazu sagen, dass ich vier Tage vorher mit Fieber so richtig ausgeknockt im Bett lag und gar nichts machen konnte. Wahrscheinlich war so eine Wanderung in Kombination mit dem vorherigen Fieber keine gute Idee. Ich wusste gar nicht, dass mein Kopf solche Rottöne annehmen kann und habe zwischenzeitlich mein Oberteil als Kopfschutz zweckentfremdet :D

Mit Zeitangaben haben die es hier nicht so :D

Während der Wanderung sind uns immer mal wieder Wanderer älteren Semestern begegnet, die erstaunlich fit aussahen und uns – oder gefühlt hauptsächlich mich – mitleidig angeguckt haben. Mittlerweile lag die erste Stunde  wandern – in den Bergen plus die Suche nach dem Einstieg – hinter uns und ich habe sehnlichst gehofft, dass es nicht mehr weit ist. Ein Wander-Paar hat uns versichert, dass wir nur noch ca. 30 Minuten entfernt wären. Na gut, die würde ich jetzt auch noch überstehen dachte ich. Wir so ca. 30 Minuten später allerdings „nur“ an einem wirklich schönen Aussichtspunkt angekommen. Dort haben wir Rast gemacht, eine Kleinigkeit gegessen und den Blick aufs Meer genossen. Wie viel lieber ich dort unten gewesen wäre! In Chinamada waren wir allerdings nicht und es schien auch nicht absehbar zu sein.

Gestärkt und mit einer normaleren Gesichtsfarbe ging es weiter den Berg hinauf. Wir waren insgesamt zu viert. Zwei schier Unerschöpfbare und naja, Daniela und ich, die lieber sofort wieder umgekehrt wären. Unser Problem war, dass uns die Zeit etwas im Nacken saß, da der letzte Bus von Chinamada am Wochenenden schon um 16 Uhr fahren sollte. Da wir am Anfang aber eine gemütliche Kaffeepause eingelegt hatten und den Einstieg noch eine Stunde gesucht haben, waren wir etwas knapp mit der Zeit.

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Das Höhenprofil der Wanderung nach Chinamada

Die nächsten Wanderer habe ich gefragt, wie Chinamada denn so sei und wie lange wir noch einplanen müssten. Von hier nochmal eine Stunde in etwa.. Mhh, vor einer Stunde sollte es nur noch eine halbe Stunde sein.. Die Zeitangabe der anderen hat hinten und vorne nicht gepasst, es sei denn man nutzt die Route als Cross-Jogging-Strecke (solche Leute haben wir da wirklich gesehen. Ist mir ein Rätsel, wie das geht!). Da Chinamada nicht herausragend klang, wollte ich lieber umdrehen. Daniela glücklicherweise auch und so hat sich unsere Laune schlagartig ins Positive geändert, denn es ging bergab!! Was ein tolles Gefühl! Es waren nicht viele Wanderer unterwegs, aber die die wir getroffen haben, bis auf den einen Jogger, kamen uns alle von oben entgegen und sind die Strecke hinabgewandert.. Macht auch Sinn, wenn man sich das Höhenprofil ansieht.

Endlich geht es bergab!

Auch wenn es bergab ging hat es sich doch nochmal gut gezogen, aber alles war besser als weiter bergauf zu wandern und kein Wasser dabei zu haben und hinterher womöglich alles im Dunkel wieder zurücklaufen zu müssen!

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Jetzt konnte ich den Blick genießen – es ging schließlich bergab! :)

Am Einstieg wurden Daniela und ich von einer deutschen Frau angesprochen, die gefragt hat, ob sie uns etwas Gutes tun könnte, denn wir würden so fertig aussehen… So weit war es also gekommen. Aber glücklicherweise war sie mit ihrem Mann im Auto da und hatte Wasser und zwei Plätze im Auto frei, so dass wir gar nicht auf den nächsten Bus warten mussten.

Zurück Zuhause bin ich nur noch unter die Dusche gesprungen und habe danach keinen Finger mehr gekrümmt, denn ich war absolut geschafft! Seit dieser Wanderung bin ich mehr als skeptisch, wenn es heißt, „Wir wollen wandern. Kommst du mit, Jana?“ Ich erfrage als erstes wie viel man denn bergauf gehen muss! Meine Freunde lachen schon immer, schaffen es aber doch meistens mich mit zu überreden. Bei der letzten Wanderung bin ich dafür dann fast die Steilwand heruntergefallen.. :D Naja, ich wandere trotzdem oft mit die Berge hinauf, denn von oben hat man halt doch den schönsten Ausblick!

Die Wanderung von Cruz del Carmen über Chinamada nach Punta de Hidalgo, also hinunter!, ist sicher schön und sehr empfehlenswert! Landschaftlich war es auf jeden Fall schön und im Winter sieht alles noch deutlich grüner aus als auf meinen Bildern die Mitte Oktober entstanden sind.


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Ich bin Jana und eine absolute Weltenbummlerin. Mich plagt ein ständiges Fernweh, das mich immer wieder spontan in die Welt treibt.
Meer, Wellen, Berge, Abenteuer- ich zähle keine Länder, sondern die Erlebnisse!
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2 Kommentare

  1. Hallo Jana,

    warst Du denn danach noch wieder auf Teneriffa wandern oder bist jetzt ein gebrandmarktes Kind? Wir waren im April auf der Insel und obwohl das Wetter nicht so berauschend war, war es sehr schön.

    http://www.schoenebergtouren.de/regionen/europa/spanien/teneriffa-aktivurlaub-auf-der-vulkaninsel-im-atlantik/

    Gruß Mario

    1. Hallo Mario :)

      Die Begeisterung vor weiteren Wanderungen hat sich anfangs sehr in Grenzen gehalten, aber es gibt so viele tolle Routen auf Teneriffa, dass ich die nicht missen wollte. Wobei ich Surfen nach wie vor dem Wandern vorziehe :D

      Deine Fotos sehen toll aus und aus deinem Bericht kann man herauslesen, dass du eine super Zeit hattest! Wettertechnisch ist auf Teneriffa meistens wirklich eher warmes Aprilwetter angesagt, aber es ist zumindest meistens recht warm :)
      Wirst du nochmal hinfliegen? Zum Wandern lohnen sich auch La Palma und La Gomera!

      Lieben Gruß zurück!
      Jana

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