Rückkehr aus der Welt des Reisens: Wie fühlt es sich an nach Hause zu kommen?

„The traveler’s rush‘ that hits you upon arrival to a new place is like a drug. And like a drug, the more you expose yourself to it the more you want it.“

-Clayton B. Cornell

Das Schwierigste am Reisen: Die Rückkehr

Vorfreude, Reisen und Rückkehr sind die drei großen Schritte einer Reise. Doch für mich ist nicht das Reisen selber der schwierige Part, sondern das Zurückkommen. Braun gebrannt, voller neuer Energie und Enthusiasmus komme ich in Deutschland an. Im Flugzeug musste ich mir tatsächlich ein paar Tränchen verdrücken und selber über mich lachen- ich habe Ride, einen Surfer-Film, geguckt und bin in ein kleines sentimentales Loch gefallen. Keine Wellen und kein Surfen mehr für eine ziemlich lange Zeit. Dafür Kälte, dunkle Tage und jede Menge Verpflichtungen. Da kann einen kurz der Optimismus verlassen.

Heimweh?!

Ich bin gerne in der Welt unterwegs. Die letzten Reisen dauerten zwischen sechs und acht Wochen. An sich hätte ich nach zwei Monaten problemlos weiterziehen können und noch keinen Rückflug benötigt. Ich bin noch nicht satt von den vielen Eindrücken und nicht müde vom Reisen, wie es einige nach längeren Reisen sind. Um aber in Deutschland wieder Fuß zu fassen, ist der Zeitraum ziemlich ideal. Man hat genügend Zeit sich vieles ohne Zeitdruck ansehen zu können und gleichzeitig halten sich die Veränderungen in der Heimat sehr in Grenzen.

Das Gefühl, sich auf zu Hause zu freuen, habe ich bis jetzt immer vermisst. Es ist eher andersherum: Ich ärgere mich eher ein wenig über mich selbst, dass ich bei der Flugbuchung zu vernünftig war und mir genug „Eingewöhnungszeit“ geben wollte. Natürlich freue ich mich meine Familie und Freunde wieder zu sehen. Doch oft hätte ich sie einfach gerade lieber bei mir, als dass ich zurück nach Hause müsste. So lange ich weiß, dass alles in Ordnung ist und es jedem gut geht besteht für mich wenig Grund nach Hause zurück zu kehren. Durch Skype, Whatsapp und Co. bricht der Kontakt ja niemals so ganz ab…

Veränderung: Bei mir- ja! Bei allem anderen- nein!

Dieses Mal waren es sechs Wochen in denen ich tagtäglich neue Eindrücke sammelte, kein Zeitgefühl mehr hatte, unglaublich glücklich war und mich veränderte. Dann kehrt man zurück ins Büro und hört auf einmal: Wo ist die Zeit geblieben? Sechs Wochen sind ja verflogen…

Ist das nicht traurig? Wir lassen unseren Alltag zu einer Art Trott werden, dass wir gar nicht merken wie die Zeit vergeht.

Mittlerweile ist es eine Woche her seitdem ich aus Indonesien zurück bin. Sechs Wochen Abenteuer, Sonne, Strand, Surfen und trotzdem war kein Tag wie der Vorherige. Noch wehre ich mich mit Händen und Füßen genau diesem Alltagstrott wieder zu verfallen. Die Uni geht in zwei Wochen los und bis dahin wartet hauptsächlich das Büro auf mich. Die ersten vier Tage habe ich mir noch eine Verschnaufpause gegönnt, um wieder im normalen Leben ankommen zu können. Keine Shorts mehr, keine Bikinis, kein Frühstück im Freien und keine Frucht-Shakes am Strand… In der letzten Woche war ich viel unterwegs, habe Freunde getroffen und habe mich wie ein Frischluft-Vernatiker verhalten, der sich bloß nicht in geschlossenen Räumen aufhalten möchte. Ich liebe meine Freunde für ihr Verständnis und ihre aufrichtigen Fragen nach Fotos und Geschichten. Das verlängert die geniale Zeit ein bisschen.

5 Tipps, um wieder zu Hause anzukommen

1. Mitbringsel und Andenken auspacken

rucksackstudentin_sandgläser

Ich bin kein großer Souvenir-Käufer, aber ich nehme mir seit Jahren ein bisschen Sand von Stränden mit, die mir etwas bedeuten. Zu Hause fülle ich den Sand in kleine Gläschen, beschrifte diese und stelle sie in mein Zimmer. Meine kleine persönliche Urlaubsecke direkt neben meinen Fotoalben.

2. Lass deine Fotos nicht auf dem Computer verschwinden

Ich liebe es Fotos zu machen und finde es viel zu schade, wenn Bilder einfach auf dem Computer verschwinden. Deshalb gestalte ich jedes Mal ein Fotobuch, denn das gucke ich mir eher an und freue mich ein bisschen in Erinnerungen blättern zu können. Oft fragen sogar meine Freunde danach, denn dadurch bekommen sie Bilder zu meinen Geschichten und Gesichtern zu Namen.

Außerdem habe ich immer ein paar Bilder an den Wänden meiner Wohnung. Zum Teil auf Leinwand gezogen oder im Polaroid-Style neben meiner Kork-Weltkarte.

3. Triff Freunde und halte Kontakt mit deinen Travel Buddies

Schwelge in Erinnerungen und lass‘ deine Freunde an deinen Erlebnissen ein wenig teilhaben. Dann verstehen sie auch, warum du womöglich deine Prioritäten plötzlich anders setzt.

4. Nimm dir deine Zeit um wieder anzukommen

Aus dem Flieger steigen und sofort wieder ins Büro? Ich könnte es nicht, denn ich brauche erst meine Zeit um auf mein Leben hier klar zu kommen. Die ersten vier Tage waren nur für mich, Freunde, auspacken und schöne Dinge reserviert.

Ich habe Angst vor der Monotonie, vor dem normalen, vorhersehbaren Alltag. Daher versuche ich die Arbeit oder Uni nicht als meine Hauptaspekt am Tag zu sehen. Es ist die Pflicht und jeder Tag benötigt seine eigene Kür. Und wenn es nur eine Runde Sport an der frischen Luft ist. Ich finde es wichtig, dass man sich über die kleinen Dinge freuen kann und diese schätzt. Ich lebe gerne hier. Der Unterschied zum Reisen ist der organisierte Alltag und die Pflichten, wie Uni und Arbeiten. Doch Geld verdient sich nicht alleine und die Uni verlangt auch etwas Beachtung von mir. Mit einem neuen Ziel vor Augen wird das alles leichter. Deswegen:

5. Plane den nächsten Trip

Im gleichen Atemzug mit der Frage Wie war’s?  werde ich oft gefragt, wo geht es als nächstes hin? Und es stimmt, sobald ich wiederkomme sprühe ich vor neuen Ideen und Reisezielen. Ich möchte neue Freunde besuchen oder deren Tipps nachgehen.

Reisen wird zur Droge und wenn du diese Droge einmal ausprobiert hast, wirst du davon nicht mehr loskommen. Du willst mehr davon und bist bereit dich ein ganzes Jahr einzuschränken, damit du dann wieder dieses Gefühl von unfassbarer Freiheit, Glück und absoluter Zufriedenheit spüren kannst!

Mein nächstes Ziel wird hoffentlich Südafrika…

Jana
Folge mir :)

Jana

Hello und willkommen bei rucksackstudentin.de! :)
Ich bin Jana und eine absolute Weltenbummlerin. Mich plagt ein ständiges Fernweh, das mich immer wieder spontan in die Welt treibt.
Meer, Wellen, Berge, Abenteuer- ich zähle keine Länder, sondern die Erlebnisse!
Jana
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2 Kommentare

  1. Mami sagt: Antworten

    Liebe Jana,
    wieder einmal hast du sehr emotional deine Gefühle beschrieben. Du bist eine echte Weltenbummlerin geworden, die die Bodenhaftung nicht verloren hat.
    Ich, als deine Mami lasse dich gerne gehen, wenn auch immer ein bisschen Sorge und Anspannung dabei sind.
    Durch WhatsApp und Skype lässt du uns ja immer etwas mitreisen.
    Ich bin stolz auf dich, weil du überall nicht nur die Natur sondern auch die Menschen der unterschiedlichsten Kulturen und „Schichten“ Wert schätzt.
    Ich hab dich lieb – komm bitte immer glücklich und gesund wieder.
    Deine Mami ♡

    1. Jana sagt: Antworten

      Vielen Dank für euer Verständnis und eure Unterstützung, wenn es mich mal wieder in die Ferne zieht!

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