Studieren auf Teneriffa: (1) Das Abenteuer Auslandssemester beginnt!

Es klingt wie ein Traum: Studieren auf einer Ferieninsel, studieren auf Teneriffa! Nach langem Warten und Zittern kam im Februar 2016 wirklich die Zusage für zwei Semester Auslandsstudium auf Teneriffa.

Mein neues Zuhause ist die ehemalige Inselhauptstadt La Laguna

Die kleine Universitätsstadt und ehemalige Inselhauptstadt San Cristóbal de La Laguna, wie sie offiziell heißt, ist eine richtig süße Studenten-Stadt und noch einer der wenigen wirklich spanischen Orte auf Teneriffa. Mit 24.000 Studenten war ich ziemlich überrascht, wie groß die Uni doch ist. Da es auf den sieben kanarischen Inseln aber nur zwei Universitäten gibt, die andere befindet sie auf Gran Canaria, erklärt das vielleicht die Größe.

Teneriffa ist die größte der kanarischen Inseln – nicht Gran Canaria, wie ich meistens überrascht gefragt werde ;) Und meiner Meinung nach auch die Vielfältigste. Der Vulkan Teide bestimmt mit seinen 3.718m das Landschaftsbild der ganzen Insel und ist zudem auch noch der höchste Berg Spaniens. So hoch wirkt er nicht, da er in der mehr als bergigen Landschaft nicht mehr sonderlich herausragt. Doch wenn man in den Nationalpark fährt und vor ihm steht, ist der Teide doch mehr als imposant.

Ab auf die Insel!

Am 04.September 2016 ging mein Flug nach Teneriffa. Im Gepäck ein Koffer, mein Backpack (mit dem ich schon die ein oder andere Reise hinter mir hatte), Laptop-Tasche gefüllt mit allem, was zu schwer war und trotzdem mit musste und einem kleinen Rucksack, der als Handgepäck diente. Ich habe alles ausgenutzt :D Entgegen der ersten Erwartungen, musste ich bei meiner Recherche in Deutschland schnell feststellen, dass La Laguna ein Kälte-Loch ist und im Winter auch Temperaturen von 12 Grad erreicht werden können. Also musste auch Winterkleidung mit!

Alles gepackt und bereit für das neue Abenteuer :)

Gefühlschaos hoch zehn

Mein Flug nach Teneriffa war weiß Gott nicht mein erster Flug alleine, aber er gehört definitiv in die Top 3 der Flüge mit Gefühls-Chaos. Ich freute mich auf das, was vor mir lag. Doch andersherum hatte ich einen mehr als perfekten Sommer in Bonn verbracht, einer Stadt, die ich liebe und in der ich wundervolle Freunde und den Rhein immer um mich herum habe. Der Abschied einer Stadt fiel mir zum ersten Mal wirklich schwer.

Ein ganz normaler Feierabend in Bonn am Rhein.

Im Flieger, ich saß am Gang eines Ryanair-Flugs und es ging zu wie auf dem Rummel – Lose?! Lose?! Duty-Free?! Duty-Free?! Eigentlich hätte ich mich gerne auf einen Fensterplatz verdrückt, die Welt von oben beobachtet und meinen Gedanken freien Lauf gelassen, aber der Flieger war ausgebucht. So saß ich neben einem jetzt schon viel zu braunen Rentner-Pärchen und auf der anderen Seite des Ganges neben einem Typen, Mitte Zwanzig, der drei Stunden überlegt hat, ob er mich ansprechen soll oder nicht und sich auf dem Rollfeld des Flughafens auf Teneriffa endlich getraut hatte. Während des Flugs war ich allerdings auch viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt, als dass ich das wirklich wahrgenommen habe.

Mein kleines Buch zum Abschied :)

Meine Freunde und Familie hatten mir in ein kleines Büchlein geschrieben und zum Teil noch Briefe mitgegeben und ich saß im Flugzeug, habe mich unendlich darüber gefreut, was ich für tolle Menschen in meinem Leben habe und alle paar Sekunden die nächste Träne weggewischt. Mit so viel Sentimentalität meinerseits konnte ich selber nicht umgehen :D

Erstmal ein Päuschen

Am Flughafen kam zum Glück mein ganzes Gepäck an und ich habe alles, was ich aus Gewichtsgründen nicht im Koffer verstauen durfte, umgepackt. Dadurch fuhr mein Bus in den Norden der Insel direkt an meiner Nase vorbei. Aber die Sonne schien und da machte mir eine halbe Stunde warten auch nichts aus. Ach, habe ich mich schnell an die spanische Mentalität gewöhnt, in der man plötzlich so viel Zeit hat :D Die Busfahrt vom Flughafen nach Santa Cruz, in die Hauptstadt, dauert ungefähr eine Stunde. Ich hatte gelesen, dass die Landschaft im Süden eher karg und eintönig sein soll und im Norden dafür wirklich grün. Ganz konnte ich das nicht glauben, denn es war wirklich mehr als karg. Doch auf dem Weg in den Norden wurde es zumindest etwas weniger karg, wenn auch nicht wirklich grün.

Wo versteckt sich nur das Spanisch in meinem Kopf?!

Das Umsteigen hat gut geklappt und ich saß in meinem letzten Bus, im Bus in meinen zukünftigen Wohnort, nach La Laguna. Google Maps hat mir genau gesagt, wie die Station heißt von der ich nur noch 50m zu meiner Unterkunft zu laufen hatte. Als ich die Busfahrerin nach der Haltestelle fragen wollte, wurde mir das erste Mal richtig bewusst, wie wenig Spanisch ich konnte… In meinem Uni-Kurs haben wir zwar die Grammatik gepaukt, doch das Alltags-Spanisch ist da mehr als auf der Strecke geblieben… Naja, die Busfahrerin hat mich irgendwie verstanden und dann am Busbahnhof in La Laguna abgesetzt. Von hier aus müsste ich laufen, die Haltestelle aus Google Maps fährt diese Linie nicht an. Ufff. So weit sollte es zum Glück auch nicht sein, aber La Laguna ist ziemlich bergig. Vom Bahnhof aus muss man erstmal ein kleines Stückchen bergauf – nicht viel, aber steil. Und vor allem vorbei an den Taxi-Fahrern, die mich sehr freundlich ausgelacht haben und immer wieder auf ihr Taxi gedeutet haben. So ein Quatsch, das kann man auch laufen. Ging auch!

Straßen mit Gefälle sind hier normal…

Endlich angekommen in der neuen Heimat :)

Angekommen an meiner Unterkunft, die ich aufgrund anderer Erfahrungsberichte bereits reserviert hatte, war die Rezeption geschlossen und ich stand etwas verzweifelt da. Zum Glück waren andere Erasmus-Studenten da, die das schon kannten und riefen bei der Pensions-Mama an und ich konnte mir meinen Schlüssel nehmen und mein Zimmer beziehen.

Ja, da war ich nun. La Laguna und ich. Ich war mehr als gespannt, was im kommenden Jahr auf mich zukommt. Erste Hürde: eine Wohnung suchen!

Aber heute wollte ich nur noch Duschen, eine Kleinigkeit essen und danach ins Bett fallen. Das ganze Gefühlschaos hat mich doch mehr als müde gemacht. Und ab morgen wird dann ein Zimmer gesucht!

Jana
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Jana

Hello und willkommen bei rucksackstudentin.de! :)
Ich bin Jana und eine absolute Weltenbummlerin. Mich plagt ein ständiges Fernweh, das mich immer wieder spontan in die Welt treibt.
Meer, Wellen, Berge, Abenteuer- ich zähle keine Länder, sondern die Erlebnisse!
Jana
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3 Kommentare

  1. Hallo Rucksackstudentin.
    Herzlich willkommen auf Teneriffa. Da hast du dir den schönsten Ort zum Studieren ausgesucht. Viel Erfolg! Ich wünsche dir, dass du noch viel von der Insel kennenlernst.
    Ich bin gerardo und lebe in La Orotava. Auf meinem Blog kannst du noch viele Tipps, Geschichten und Ausflüge entdecken, die alle nicht im Reiseführer stehen. Rund um La Laguna gibt es schon mal eine ganze Menge zu entdecken.
    Schau doch mal rein auf mitenerifeblog.wordpress.com, und wenn’s dir gefällt, freue ich mich über einen netten Kommentar.
    Liebe Grüße,
    gerardo

    1. Hallo Gerardo,
      dankeschön! Das stimmt, Teneriffa ist wirklich eine tolle Insel :)
      Ich habe gerade auf deinem Blog vorbeigeschaut und mir gleich mal Stift und Papier dazu geholt und meine „To-Do“-Liste etwas erweitert.
      Grüße zurück und dir auch weiterhin eine tolle Zeit!
      Jana :)

      1. gerardo sagt:

        Danke. Wenn du mal Insidertipps brauchst – vielleicht kann ich helfen. Schreib einfach übers Formular. Salu2

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