Elefantenreiten in Thailand – Tierquälerei?!

Du reist nach Thailand bzw. Asien generell und träumst davon einmal auf einem der Dickhäuter reiten zu können? Du möchtest gerne in ein Elefantencamp?

Hochsaison für die Touristen bedeutet auch eine noch größere Nachfrage nach Elefantencamps zum Elefantenreiten in Thailand oder anderen südostasiatischen Ländern. Doch was als Spaß für die Touristen gedacht ist, bedeutet zugleich ein meist unendlicher Leidensweg für die Elefanten. Wie soll man also reagieren, wenn man schonmal vor Ort ist und sich aber tierfreundlich verhalten möchte?

Achtung: Hier sind Fotos zu sehen, die unter die Haut gehen!

Thailand und Elefanten- die Kombination ist quasi untrennbar. Als Skulpturen vor Tempeln, als Symbol auf den typischen Hosen oder Souvenirs: Der Elefant ist allgegenwärtig. Und so gehört es auch für einen Großteil der Touristen dazu, die Tiere aus nächster Nähe kennenzulernen.

In nahezu jedem touristischen Ort werden Ausritte, Touren oder ein darin integriertes Elefantenreiten angeboten. Doch wer genauer hinsieht, wird sich dort nicht mit einem breiten Grinsen auf den Elefant setzen können.

Elefantenreiten

Wenig Platz, kein Futter, nichts zu tun- so vegetieren die Tiere zum Teil vor sich hin.
Wenig Platz, kaum Futter, nichts zu tun- so vegetieren die Tiere zum Teil vor sich hin.

Besonders in den Touristenhochburgen Phuket, Krabi und im nördlichen Chiang Mai gibt es diese Camps. Was als Attraktion angepriesen wird, entspricht allerdings keineswegs der Natur der Elefanten. Von den Tieren versprechen sich die „Besitzer“ gutes Geld, können sie aber oft gar nicht ausreichend versorgen. Wenn man mit dem Roller die Gegend erkundet, sieht man oft die Schilder: „Here: Elephant Riding!“ Die Elefanten, die ich gesehen habe waren die größtenteils apathisch, hatten kaum etwas zum Fressen, nur ganz wenig Platz und waren an eine kurze Kette angebunden. Wer nicht reiten möchte, kann dem Elefanten Bananen kaufen, um ihn dann damit zu füttern. Ein Zwiespalt, denn dadurch bekommen die Elefanten auch mal etwas anderes zu Fressen. Doch wer so etwas unterstützt, willigt den Regeln des Camps ein. Und das sollte man auf keinen Fall machen!

Misshandlungen und Machtkämpfe

Viele Trekking-Touren beinhalten ein obligatorisches Elefantenreiten. Doch allein durch den günstigen Preis, kann man sich ausrechnen, wie die Elefanten gehalten werden. Damit sie brav mitspielen, haben die Elefanten oft einen schier unendlichen Leidensweg hinter sich.

Zahlreiche Videoaufnahmen und Reiseberichte zeugen von der grausamen Unterwerfungsprozedur, die alle Elefanten über sich ergehen lassen müssen – auch die in Gefangenschaft geborenen. Doch auch wenn ihr Wille schließlich gebrochen ist, reißen die Misshandlungen nicht ab. Der Elefantenführer (Mahout) muss dem Elefanten immer wieder aufs Neue zeigen, wer die Oberhand hat. Die sensiblen Rüsseltiere werden dafür mit spitzen Metallhaken besetzten Stöcken auf ihre empfindlichsten Körperteile geschlagen. Die Schläge, auch ins Gesicht und auf die Augen, hinterlassen schmerzhafte Wunden und Narben für ihr ganzes Leben. Teilweise wird ihnen auch eine mit spitzen Haken besetzte Metallkette um den Fuß gebunden, mit der der „Mahout“ dem Elefanten die Laufrichtung aufzwingt. Wird der Elefant tagsüber oder nachts nicht gebraucht, muss er in der Regel stundenlang angebunden an einer kurzen Kette stehen. – peta.de/elefantenreiten

Baby-Elefant wird misshandelt. Fotograf: unbekannt, gesehen bei Facebook
Baby-Elefant wird misshandelt.
Fotograf: unbekannt, gesehen bei Facebook

Was kann man machen?

Lass die Finger davon! Auch wenn die Elefanten gut behandelt werden, Elefantenreiten ist niemals tierfreundlich. Denn das Training verlangt den Tieren so einiges ab und bei Machtkämpfen gewinnt immer der Mensch.

Ich habe mich vor meinem Aufenthalt auch erkundigt, mich damit aber nicht so genau beschäftigt, wie ich es mittlerweile getan habe. Von anderen Backpackern habe ich ein Camp empfohlen bekommen. Das war im Vergleich zu den anderen Camps etwas teurer, was ich aber bereit war auszugeben. Für einen Tag habe ich ca. 50€ inklusive An- und Abfahrt bezahlt. Dem Besitzer, Woody, hat man angemerkt, dass er die Tiere liebt. Er hat sich viel Zeit genommen, um uns erst alles zu erklären, uns auf Fehler aufmerksam zu machen. Und auch später hatte er immer ein Auge darauf, dass wir dem Elefanten nicht wehtun können. Doch in seiner Ansprache hat er davon gesprochen, dass er seine Elefanten auch schon bestrafen musste. Und er sagte auch, dass wir das auf keinen Fall sehen möchten! Dieser Satz hat sich bei mir eingebrannt. Der Tag war wunderschön und auch sehr liebevoll. Wir haben mit den Elefanten zusammen gebadet und eine große Wasserschlacht gemacht. Und trotzdem haben alle ständig nach Verletzungen geguckt- zum Glück haben wir nichts gefunden.

Dennoch: Doch wer sich genauer mit dem Thema beschäftigt, stellt fest, dass Elefantenreiten nichts mit Nächstenliebe zu tun hat.

Elephant Sanctuaries – Schutzstätten

Wer sich den Elefanten nähern möchte, sollte auf das Reiten definitiv verzichten. Eine gute Alternative ist ein Besuch in einer sogenannten Sanctuary- dort werden befreite Elefanten wieder aufgepäppelt und ihnen ein Leben ohne Gefahr ermöglicht.

Gute Sanctuaries sollen folgende sein:

Weiterführende Links zu diesem Thema:


Der Urlaubsguru hat mich zu dem Thema befragt und einen interessanten Artikel geschrieben: Elefantenreiten in Thailand: Beeindruckende Erfahrung oder No-Go?


Jana
Folge mir :)

Jana

Hello und willkommen bei rucksackstudentin.de! :)
Ich bin Jana und eine absolute Weltenbummlerin. Mich plagt ein ständiges Fernweh, das mich immer wieder spontan in die Welt treibt.
Meer, Wellen, Berge, Abenteuer- ich zähle keine Länder, sondern die Erlebnisse!
Jana
Folge mir :)

8 Kommentare

  1. Liebe Jana,
    ein toller Beitrag! Ich kann nur den Elephant Nature Park, ebenfalls nahe Chiang Mai, empfehlen, den Du ja hier ebenfalls schon erwähnst. Ich war 2015 im Oktober dort und der Besuch hat mich sehr berührt und nachhaltig begeistert. (http://fluegge-blog.de/elephant-nature-park-chiangmai-thailand/)
    Seitdem liege ich Freunden, die nach Thailand reisen, damit in den Ohren.

    Liebe Grüße,
    Susanne

    1. Liebe Susanne,

      es feut mich sehr zu hören, dass dir der Elephant Nature Park wirklich so gut gefallen hat!
      Ich habe gerade deinen Artikel gelesen und sofort Gänsehaut bekommen – toll geschrieben und sehr ehrlich und aufmerksam :)
      Den Park werde ich auf jeden Fall weiterempfehlen und hoffen, dass immer mehr Menschen sich mit dem Thema beschäftigen..

      Ganz liebe Grüße
      Jana

  2. Carina sagt: Antworten

    Hallo,
    schöner Bericht und vollkommen wahr!
    Wir fliegen demnächst auch nach Thailand, allerdings leider nicht in den Norden nach Chiang Mai, sondern Bangkok und danach runter nach Phuket, bzw. Umgebung…
    Gibt es dort auch so einen Sanktuary?
    Ich finde Elefanten atemberaubende Tiere und würde ihnen gerne näher kommen, allerdings nicht unter solchen Umständen wie beim Elefantenreiten wo die Tiere gequält werden…

    Danke und Grüße
    Carina

    1. Hallo Carina,

      vielen Dank für deinen Kommentar :) Und super, dass du dich da im Voraus erkundigst!
      Ich kann dir leider keine Sanctuary im Süden aus meiner persönlichen Erfahrung empfehlen, aber über Google findet man auf jeden Fall auch Elephant Sanctuaries in der Gegend um Phuket. Wenn du dir eine Sanctuary herausgeguckt hast, dann gib den Namen einfach nochmal bei Google ein und guck, was so darüber berichtet wird. Dadurch kann man sich eigentlich schon ein gutes Bild machen..
      Ich wünsche dir eine wundervolle Zeit in Thailand!

      Liebe Grüße zurück
      Jana :)

  3. […] möchtest, bieten sich Elephant Sanctuaries an. Jana von Rucksackstudentin hat einen sehr guten, informativen Artikel über dieses Thema […]

  4. Eileen Cornelis sagt: Antworten

    Ich habe mir gerade diesen tollen Text durch gelesen und auch wir würden gerne Elefanten treffen und eventuell reiten. Da ich mich sehr für das Wohl der Tiere interessiere würde ich mich freuen wenn Sie mir die Adresse der guten Farm geben könnten. :)
    Die mir dem liebevollen Züchter und der 50€
    Mit freundlichen Grüßen Eileen Cornelis

    1. Jana sagt: Antworten

      Hallo Eileen,

      vielen Dank für deine Nachricht. Das Camp war Woody’s Elephant Camp in Chiang Mai.

      Baan Chang Elephant Training 59/3 M.1 T.cuodchang A.Mae Tang, Chiang Mai 50150
      Tel. 08-1531-5363 email: humber3333@hotmail.com

      Wenn du den Elefanten etwas Gutes tun möchtest, dann solltest du besser in die Elephant Sanktuar oder in den Elephant Nature Park gehen! :)

      Liebe Grüße zurück
      Jana

Schreibe einen Kommentar