Wüstentour in Marokko: Abenteuer Sahara

Der erste Tag war überstanden, das Fieber habe ich in seine Schranken weisen können und war bereit für Tag 2 und 3 der Wüstentour durch Marokko! Was am ersten Tag passiert ist, erfährst du hier.

Am zweiten Tag hieß es: Ab in die Wüste – und zwar in die Sahara! Kamelreiten stand auf dem Plan und anschließend die Nacht inmitten der Sanddünen in einem Berber-Zelt verbringen. So der Plan – die Realität war dann doch etwas abenteuerreicher. Schnell hatten wir gemerkt, dass das Wetter unserer Tour so einige Extra-Highlights gab…

Gewappnet gegen den Sandsturm
Gewappnet gegen den Sandsturm

Tag 2: Abenteuer Sahara

Nach dem Frühstück ging es einen Teil des Weges vom Vorabend wieder zurück. Somit konnte ich die Landschaft des Dades Gorges, die ich am Vorabend verschlafen hatte, jetzt bestaunen. Obwohl es nur Steine sind, sind die Formationen wirklich beachtlich!

Dades Gorges
Dades Gorges

Mittags haben wir in der nächsten Oase angehalten und sind auf Ali, unseren Tour-Guide für die nächsten zwei Stunden, getroffen. Ali war ein absoluter Gute-Laune-Mensch und hat uns wirklich begeistert. Zu Fuß ging es durch die grünen Felder zu einem traditionellen Teppich-Händler der Berber.

Die Welt der Teppiche

Natürlich gab es zuerst einmal einem Whiskey marocaine – also heißen Minute ;) Und danach wurden wir in die Welt der Teppiche eingeführt…

Whiskey marocaine - traditionell beschreibt das einen kochend heißen Minztee.
Whiskey marocaine – traditionell beschreibt das einen kochend heißen Minztee.

In Marokko verwenden die Berber sogar Kamelwolle zum Teppichweben. Macht ja auch eigentlich Sinn… Auffallend sind die vielen bunten Muster der Teppiche.  Diese strahlen wirklich in allen Farben.

Nachdem uns gefühlt einhundert Teppiche gezeigt wurden, konnten wir diese auch kaufen. Für mich als Studentin kam das jetzt eher weniger in Frage, aber die Preise waren wirklich mehr als in Ordnung und da haben auch einige aus der Gruppe zugeschlagen. Immerhin waren die dann bestens auf die Nacht in der Wüste vorbereitet!

Nach dem Teppich-Paradies ging es nur ein paar Minuten mit dem Bus weiter zur Dades Schlucht.

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Richtig süß, denn hier ist vor uns ein Bus mit lauter Omis und Opis ausgestiegen, die alle mit ihren Tablets und iPhones Fotos für ihre Enkel gemacht haben. Zum Schreien!rucksackstudentin_marokko_gorge

Regen und Hagel in der Wüste

Wir sind einmal durch die Schlucht durchgelaufen und wurden danach in das nächste überteuerte Touristen-Lokal gefahren, um dort Mittag zu essen. Dieses Mal konnten wir leider nicht selbstständig in ein anderes Restaurant gehen, aber hier war das Essen auch in Ordnung. Doch plötzlich fing es zunächst an zu regnen und dann richtig zu hageln!

Auf die Idee, dass wir in der Nacht womöglich keine Sterne sehen können, weil sich da Wolken befinden, bin ich vorher gar nicht gekommen. Ali hat uns auch nichts Gutes prophezeit bei seinem Blick in den Himmel…

Sandsturm vom Feinsten

Der Sturm wütet heftig.
Der Sturm wütet heftig.

Und endlich hieß es: ab in die Sahara! Es ging noch einige Stunden durch dröge aber echt schöne Wüstenlandschaften. Naja, bis wir dann in einen ziemlich heftigen Sandsturm gekommen sind. Der Fahrer – und wir ja genauso wenig – konnte zwischendurch keine 10m weit gucken. Die Straße war die meiste Zeit auch eher ein spärlich asphaltierter Feldweg als alles andere…

Die Sicht war quasi nicht mehr vorhanden.
Die Sicht war quasi nicht mehr vorhanden.

Letzter Halt vor der Wüste

Kurz vor unserem Ziel haben wir die Möglichkeit noch ein letztes Mal Wasser zu kaufen. Die Aussicht den Bus zu verlassen fand ich nicht sonderlich prickelnd und aufs Klo musste ich auch nicht, so dass ich den Wasserkauf meiner Freundin überlassen hatte.

Bei den Berber haben wir gezeigt bekommen, wie man die Tücher traditionell um den Kopf wickelt, um gut vor Sonne, Staub und Sand geschützt zu sein. Im Bus haben wir uns versucht die Tücher professionell umzuwickeln. Der Sturm hat die Wickeltechnik allerdings gut auf die Probe gestellt.

Gewappnet gegen den Sandsturm
Gewappnet gegen den Sandsturm

Ausharren in der Schutzhütte am Rande der Sahara

Am Rande der Sahara in Merzouga sollten wir auf Kamele umsteigen, um darauf ca. 90 Minuten zu unserem Zelt in den Sanddünen zu reiten. Doch der Sandsturm wurde immer heftiger, so dass das keine Option war. Ich habe schon häufiger mal einen Sturm ohne Sand mitbekommen, doch das hat alles übertroffen.

Da man das Klo nur über den Innenhof erreichen konnte, musste ich tatsächlich einmal nach draußen. Doch selbst der eigentlich geschützte Innenhof bot wenig Schutz vor dem Sand. Mein Tuch habe ich mir eher erfolglos komplett vor die Augen gehalten. Das Klo war total zugesandet…

Alle Türen mussten abgeschlossen werden, die Tourguides waren auf einmal nicht mehr zu sehen und wir haben uns kurz vor der algerischen Grenze befunden. Meine Freundin hat damit gerechnet, dass uns jeden Moment jemand entführen möchte… Ich habe mir eher Gedanken darüber gemacht, die ich mich bei dem Sturm 90 Minuten auf einem Kamel halten soll und dabei nicht in der Wüste zu verloren zu gehen. So hatte jeder seine eigenen Sorgen :D In unserer Gruppe war zum Glück eine Marokkanerin, die fließend Englisch gesprochen hat und uns dadurch immer auf dem neuesten Stand halten konnte.

„Ihr habt dafür bezahlt, also fahrt ihr auch in die Wüste“

Ob wir wollten oder nicht, wir mussten in die Wüste. Wir haben schließlich dafür bezahlt und nicht, dass jemand auf die Idee kommt hinterher Schadensersatz zu fordern. Da der Sturm angeblich weniger geworden ist, wurden wir alle in Jeeps verpackt. Der Kamelritt hätte zu lange gedauert, da es schon angefangen hatte zu dämmern. Ich saß hinten im Kofferraum des Jeeps; anschnallen war Nebensache.. Begeisterung pur! (Das war Ironie..) Doch nach zehn Minuten war die Achterbahnfahrt auch schon wieder vorbei und wir konnten aussteigen. Der Sturm hatte sich tatsächlich etwas gelegt, aber windig wäre als Beschreibung noch mehr als untertrieben.

Ein Zelt aus Teppichen

Das Berber-Zelt von innen. Es war echt groß! Von dort gingen dann nochmal separate "Schlafräume" ab.
Das Berber-Zelt von innen. Es war echt groß! Von dort gingen dann nochmal separate „Schlafräume“ ab.

Da wir mit schon mit dem zweiten Auto angekommen sind, hatten wir noch die freie Auswahl was unseren Schlafplatz anging. Das Zelt war wirklich ziemlich groß und bestand aus unzähligen Teppichen, die sowohl Boden, Decke und Wände bildeten. Im Zelt war es aber ziemlich gemütlich. Von dem gemeinsamen Aufenthaltsbereich ging es dann in separate „Räume“ mit dünnen Matratzen und einer Wolldecke pro Bett. Vom Sand hat uns nur eine dünne Plastikplane getrennt, die schon das ein oder andere Loch hatte. Aber jetzt mal ehrlich, ein Schlafplatz in der Wüste ohne Sand im Bett wäre auch kein richtiges Schlafen in der Wüste.

Den Abend haben wir gut mit Geschichten erzählen herumbekommen bis es das gemeinsame Essen gab – traditionell gab es natürlich wieder marokkanische Tajine.

Die Nacht in der Wüste

Danach haben wir die Dünen erklommen und konnten es gar nicht fassen, dass sich der Sturm komplett gelegt hatte und wir sogar den wunderschönen Vollmond inklusive strahlendem Sternenhimmel sehen konnten! Sehr beeindruckend!

Sternenhimmel in der Sahara!
Sternenhimmel in der Sahara!

Doch das Schönste war diese unfassbare Ruhe. In der Ferne hat man mal ein anderes Camp gehört, aber je später es wurde, desto mehr konnte man die Stille wahrnehmen.

Lagerfeuer in der Wüste
Lagerfeuer in der Wüste

Ich muss ehrlich sagen, dass es a****kalt war. Darauf habe ich mich schon beim Packen in Deutschland eingestellt, doch als ich dann mit meinen vielen Schichten eingepackt wie ein Michelin-Männchen im Sand herumstand, habe ich die Kälte wirklich gespürt. Zum Glück gab es ein ordentliches Lagerfeuer. Alle haben zusammen gesungen, getrommelt oder einfach nur Geschichten erzählt. Unsere Gruppe war relativ ruhig, so dass sich die Ersten schon früh in ihre Betten verzogen haben. Doch da war es eh nur kalt, von daher bestand für mich auch kein großer Anreiz das Lagerfeuer zu verlassen. Dafür war die Atmosphäre zu einmalig :)

Wo ist denn hier das Klo?

Irgendwann hat sich das Feuer leider nicht mehr motivieren lassen weiterhin Wärme abzugeben, so dass auch wir ins Bett gegangen sind. Es war ja nicht für lange: um fünf Uhr sollten wir schon wieder auf den Kamelen sitzen und dem Sonnenaufgang entgegen reiten. Mal sehen, was der Wettergott sich dieses Mal überlegt hat…

Doch viel wichtiger war erstmal ein menschliches Bedürfnis – das nächste Klo. Ich wurde erst schräg angeguckt bei meiner Frage und dann nett ausgelacht. „Such dir einfach eine Düne aus!“ Alles klar, also wurde mit Blick zu den Kamelen noch schnell für kleine Mädchen gemacht und dann ging es ins Bett.

So wie ich abends am Lagerfeuer saß – inklusive Mütze und Kapuze – bin ich ins Bett gefallen und um kurz vor fünf wieder aufgestanden. Nochmal schnell hinter die Düne und ab aufs Kamelen.

Jetzt weiß ich auch, warum man Wüstenschiff sagt

Ja, dieses Mal konnten wir die Wüste zumindest auf Kamelen verlassen. Ich habe meine Karawane angeführt, wollte aber nicht allzu sehr auf Tuchfühlung mit meinem Kamel gehen : D Es hat auf jeden Fall gut geschaukelt! Mir haben die 90 Minuten auf jeden Fall gereicht. Das war eine ausreichende Zeit – nicht zu kurz und nicht zu lang. Und es war auch nicht schlimm, dass wir nur einmal Reiten konnten. rucksackstudentin_marokko_sahara_kamel_ich

Es war auf jeden Fall beeindruckend zu sehen, wie die Sonne hinter den Dünen aufgeht, die Landschaft in ein ganz eigenes Licht taucht wird und sie schnell für eine wohlige Wärme sorgt. Meine Finger hatten von der Wärme noch nichts gespürt, aber schön war es trotzdem!

Gesperrte Bergpässe und ganz viel Schnee

Man kann es nur sagen, ein Hoch auf unseren Busfahrer! Während wir in der Schutzhütte den Sturm ausgeharrt haben, ist im Atlas-Gebirge einiges an Schnee heruntergekommen. Wir wussten also nicht, ob die Pässe gesperrt sind oder wir sie, wenn sie noch geöffnet sind, überhaupt fahren können. Also wurde schnell gefrühstückt und – ein Himmelreich für eine Zahnbürste – Zähne geputzt, bevor es zurück nach Marrakech ging. Wenn es schlecht laufen würde, haben wir einen Umweg von ca. 600km vor uns…

Schnee im Atlas-Gebirge. Von der Wüste in den Schnee - Marokko hat echt viel zu bieten.
Schnee im Atlas-Gebirge. Von der Wüste in den Schnee – Marokko hat echt viel zu bieten.

Aber unserer Fahrer hat sich da gar nicht beirren lassen und ist die Pässe mehr als souverän gefahren! Und zwar ohne Umweg direkt nach Marrakesch, so dass wir gegen 18 Uhr wieder zurück waren.


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Die 3 Tages/2 Nächte haben wir über unser Hostel Rouge Hostels Marrakesch für 80€ pro Person – inklusive Busfahrt ab/bis Marrakesch, einer Übernachtung im Hotel, einer Übernachtung in der Sahara, Frühstück und Abendessen sowie zwei Tour-Guide – gebucht.


Marokko ist ein super vielseitiges Land! Die Tour hat sich auf jeden Fall mehr als gelohnt! In den drei Tagen haben wir so viele verschiedene Landschaften, Wetterfronten und Kultureinflüsse erleben dürfen. Auch wenn man den größten Teil der Zeit sitzend im Bus verbringt, lohnt sich so eine Tour auf jeden Fall. Auch dort sieht man wirklich viel und man kann immer mal anhalten und Fotos machen :)


▶︎ Was ich am ersten Tag erlebt habe, erfährst du hier! :)

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Ich bin Jana und eine absolute Weltenbummlerin. Mich plagt ein ständiges Fernweh, das mich immer wieder spontan in die Welt treibt.
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1 Kommentar

  1. […] ▶︎ Was ich am zweiten und dritten Tag in der Wüste erlebt habe, erfährst du hier! :) […]

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