Warum wir uns mit dem Meer beschäftigen müssen

Das Meer: Sehnsuchtsort, Mysterium, Naturgewalt, Faszination und wahrscheinlich noch vieles mehr. Es ist schwer dieses Element greifbar zu machen und doch haben wir alle eine Bindung dazu – auf welche Art und Weise auch immer.

Wenn man sich überlegt, dass 71% der Erdoberfläche vom Meer bedeckt sind, ist das auch verständlich. Das sind fast ¾ des gesamten Kuchens! Dass unser Planet da überhaupt Erde heißt, ist schon fast paradox.

Dreidimensional betrachtet besteht sogar 90% des Lebensraumes auf unserem Globus aus Ozeanen. Ist das nicht Wahnsinn? Noch beeindruckender finde ich allerdings, dass davon erst weniger als 10% von Menschen entdeckt wurden. Wir teilen unseren Globus quasi mit einem anderen Planeten, von dem wir weniger wissen als über das Weltall. 

Die Ressource Meer wird endlich

Was wir wissen, und vor allem nutzen, ist, dass die Meere reich an Nahrung sind, Energie und Mineralien liefern, für die Stabilität unseres Klimas verantwortlich sind und sie sich als ausgezeichneter Transportweg zwischen den Kontinenten eignen. Naja und halt auch als Müllkippe für alles, was man auf dem Festland nicht so haben möchte.

Allerdings hat sich jahrhundertelang jeder ungestört, in welchen Maße auch immer, von diesem Kuchen bedienen können, sodass die Ressource Meer plötzlich endlich wurde. Die Folgen sind beispielsweise die Überfischung der Meere von bis zu 90%, die einhergeht mit einem unfassbaren Verlust der Artenvielfalt sowie die Verschmutzung der Meere durch verschiedenste Einflussfaktoren.

Klimawandel, 2°C-Grenze, Sustainable Development Goals – was betrifft mich das denn?!

Unsere Meere und Küsten sind ein wichtiger Bestandteil unseres Umweltsystems und brauchen ganz dringend Schutz! Ohne können wir nicht leben. Doch wer weiß denn eigentlich schon, wie komplex das System ist und wie weit wir wirklich davon abhängen? Jeder weiß ein bisschen. Wir haben alle schon von Klimakonferenzen, der Temperaturgrenze von 2°C, den Sustainable Development Goals (SDG) der UN oder der Energiewende gehört. Doch wenn ich ehrlich bin, nehme ich das alles wahr, wenn ich davon lese und höre, beschäftige mich in der Regel aber nicht weiter damit. Ganz nach dem Motto, was betrifft mich das, wenn in China ein Sack Reis umfällt?

Bei den Meeren ist das anders. Ich habe die letzten Jahre mehr Zeit im und am Meer verbracht als im Inland und selber miterlebt, wie schlecht es meinem Lieblingselement geht. Ich habe Müll in unfassbaren Mengen gesehen, tote Korallen, Ölteppiche etc. Auf der anderen Seite habe ich aber auch viele tolle Menschen kennengelernt, die sich für den Meeresschutz einsetzen. Die erkannt haben, wie wichtig Aufklärung ist und, dass es nicht reicht zu warten, bis die Regierung Regelungen für Großkonzerne gefunden hat. Das ist die eine Seite, doch wir als Bevölkerung sind die andere. Auch wir tragen eine Verantwortung. Bei so vielen tollen Projekten und immer mehr Menschen, die sich dem Thema annehmen, glaube ich noch an das Gute und hoffe sehr, dass ich auch in 30 Jahren noch die wunderschönen Korallenriffe bestaunen kann – vielleicht ja sogar mit mehr Schildkröten als aktuell…

Schildkröte über Korallenriff

Wie umfangreich ist unser Konsum überhaupt?

Wir, die in wirtschaftlich starken Ländern aufgewachsen sind, sind doch eigentlich nicht dafür sensibilisiert, wie umfangreich Konsum eigentlich ist. Wir haben Shoppen als Hobby, lieben lange heiße Duschen und haben es im Sommer dank Klimaanlage und im Winter dank Heizung immer angenehm temperiert. Kennen wir die Natur eigentlich noch? Ich würde mal behaupten: kaum. Dieses Verhalten will ich auch gar nicht verurteilen, denn viele kennen es nicht anders. Zudem bin ich selber auch kein Paradebeispiel. Doch genau darum geht es, wer besser informiert ist, handelt anders und bedachter. Das bedeutet nicht, dass wir auf allen Luxus und Komfort aus unserem tollen Leben verzichten müssen. Das wäre utopisch und rückschrittig. Aber jeder, der anfängt über sein Handeln nachzudenken, wird es langfristig auch etwas ändern. Und das müssen wir!

Von Surfern und guten Ideen

Rucksackstudentin mit Surfboard in Playa de las América, Teneriffa

Mir hat mal jemand gesagt, „Surfer sind die Menschen, die am Nachhaltigsten mit unserem Planeten umgehen.“ In wie weit das jetzt stimmt, möchte ich, bei dem ökologischen Fußabdruck, den viele Surfreisen mit sich bringen, mal nicht beurteilen. Was aber definitiv stimmt, ist, dass Surfer sich mit ihrem Element auseinandersetzen und an Alternativen arbeiten, Lösungen entwickeln und deutlich umsichtiger mit ihrer Umwelt umgehen. Bei mir hat ein Umdenken auf jeden Fall begonnen, je mehr Zeit ich im Meer verbracht habe – was vor allem mit dem Surfen begann. 

MEERWEH – worum es gehen soll

In dieser Reihe wird sich in nächster Zeit alles irgendwie um das Meer drehen. Das sollen keine Berichte mit erhobenem Zeigefinger sein – wir sind alle nicht perfekt und ich erst recht nicht. Aber ich möchte gerne darauf aufmerksam machen, welch wichtige Rolle unsere Meere und ihr Ökosystem für unseren Planeten und die Menschen spielen. Und natürlich auch einfach mal meine Gedanken teilen. Dabei freue ich mich natürlich auch, von deinen Gedanken zu erfahren. 

Warum MEERWEH?

Warum eigentlich MEERWEH? Na, zum einen kann ich einfach nicht ohne Meer. Das ist ähnlich wie bei Fernweh – nach einiger Zeit ist der Salzwasserentzug zu groß und ich muss einfach wieder zum Meer. Zum anderen sind unsere Meere aktuell in so einem kritischen Zustand, dass sie aus menschlicher Betrachtungsweise sicher Schmerzen empfänden. Der Duden definiert „Weh“ als seelischer Schmerz; Leid. Deshalb MEERWEH.

Angeber-Wissen für den nächsten Small Talk

Falls du denkst, dass dich das ja persönlich alles eh nichts angehen sollte – dann lies es doch einfach trotzdem: Du bist damit nämlich auch bestens für den nächsten Small-Talk gewappnet. Schadet ja nie, ein wenig (un)nützes Wissen in der Welt zu verstreuen. Sei also Teil des Ganzen und mach dich dafür stark, dass wir auch in ein paar Jahren noch Fisch essen, Korallen im Meer bestaunen und Urlaub auf kleinen Inseln verbringen können.

Was denkst du zu dem Thema? Lass es mich wissen :))

In diesem Sinne: A L O H A

Jana



Viele der Informationen, die ich in meinen Artikeln verarbeite, sind vom Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft – Die Kieler Wissenschaften“ bereitgestellt. In diesem Rahmen wurde die World Ocean Review sowie der wissenstechnisch etwas gebündeltere Meeresatlas veröffentlicht. All diese Publikationen sind anschaulich erklärt, ansprechend gestaltet und mit prägnanten und verständlichen Grafiken untermauert. Und das beste – absolut kostenlos, da sie dazu hergestellt wurden, das bereits vorhandene Wissen in die Welt zu tragen.

[Diese Werbung ist unbeauftragt, da ich absolut begeistert bin von den Publikationen und sie jedem ans Herz legen möchte :)]

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