Meine Teneriffa Highlights

Nach zehn Monaten auf Teneriffa kenne ich mittlerweile gefühlt jeden Winkel dieser Insel. Teneriffa ist die größte der sieben kanarischen Inseln und auch die Vielfältigste. Das Wetter wird durch den Vulkan Teide (3.718m) bestimmt, der sogar der höchste Berg Spaniens ist! In San Cristóbal de La Laguna gibt eine recht große Universität, an der ich für zwei Semester Journalismus studiert habe. Natürlich lag mein Fokus nicht darauf, die meiste Zeit in der Uni zu verbringen, sondern die Sprache und Surfen zu lernen – und die Insel zu erkunden.

Teneriffa hat ein ziemlich gut ausgebautes Busnetz, dass mit der BONO-Karte vom Preis her auch okay ist. Allerdings wartet man gerne mal ziemlich lange auf den Anschluss und fährt auch recht lange, so dass ich jedem ein Auto empfehle!

Hier sind meine Teneriffa Highlights einmal gebündelt zusammengefasst. Quasi meine Teneriffa-To-Do-Liste :) Dein Reiseführer wird dir wahrscheinlich noch mehr Highlights auflisten, aber das hier sind wirklich meine persönlichen Lieblingsorte:

San Cristóbal de La Laguna

La Laguna liegt trotz seines Namens nicht am Wasser, sondern auf ca. 550m in den Bergen. Dadurch ist es dort auch immer etwas kälter als am Meer – und meistens leider auch bewölkt. La Laguna eilt ihr Ruf voraus, denn jeder der Chicharreros (so heißen die Einwohner Teneriffas) fragt sofort, dass ist doch dort, wo es immer regnet?! Ganz so schlimm ist es nicht und wenn die Sonne wirklich strahlt, dann ist La Laguna definitiv die schönste Stadt der Insel. Sie gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe und versprüht mit vielen bunten Häusern, süßen Cafés und spanischem Flair einfach gute Laune. Da sich die Universität Teneriffas (ja, Teneriffa hat eine Uni und ja, ich habe dort sogar für zwei Semester studiert :D) über die ganze Stadt erstreckt, sieht man auch überall Studenten und es herrscht ein toller Mix aus jüngeren und älteren Menschen. Die Preise in der Stadt sind günstiger als in den Touristengebieten und es lohnt sich, in einem der vielen Cafés und Restaurants Halt zu machen und sich verwöhnen zu lassen.

Super leckere und vor allem günstige Baguettes (Bocadillos im Spanischen) und andere Snacks gibt es im Caballo Blanco an der Plaza de la Concepción. Frischer Orangensaft und Wein sind übrigens nicht teuer ;) Meine Lieblingscafés waren das Makika und das Café Mondial :)

 

NORDEN

Bajamar

Nicht weit entfernt von La Laguna liegt Bajamar. Der kleine Küstenort ist ziemlich beliebt bei Surfern, die in La Laguna und Umgebung wohnen. Wer sich nicht mit einem Board in die Wellen stürzen möchte, der kann sich zu den Piscinas legen. Das sind Meerwasser-Schwimmbecken, die man kostenlos nutzen darf. Ziemlich oft kann einfach nur staunen, wie die Wellen gegen die Mauern knallen und sich zu meterhohen Wasserwänden aufbauen. Einfach nur beeindruckend! Und wer zum Surfen hierhin kommt, den erwartet eine tolle Welle, die die Locals aber auch gerne mal verteidigen. Bei MSW findet man den Spot unter El Callado.

Die Nordküste

Mir hat die Nordküste zum Autofahren übrigens am besten gefallen, weil man immer wieder tolle Ausblicke auf den Teide erhaschen konnte und sie besonders grün ist, denn überall werden Bananen (oder wie es auf Teneriffa heißt: Platanos) angebaut.

Playa Bollullo

In der Nähe von Puerto de la Cruz befindet sich der wahrscheinlich schwärzeste Strand der Insel. Der Weg zum Strand ist etwas abenteuerlich, denn er führt zunächst durch Bananen-Plantagen hin zu einer recht schmalen und kurvenreichen Straße. Für die einzige Parkmöglichkeit am Strand muss man 2€ bezahlen – da kommt man tatsächlich nicht drum herum ;). Die letzten Meter legt man zu Fuß zurück. Wenn die Sicht es erlaubt, hat man auf dem Weg zum Strand einen tollen Blick auf den Teide, den Vulkan Teneriffas. Ich mag den Playa Bollullo super gerne, da er kein typischer Sonnenliegen-Strandverkäufer-Touristen-Strand ist. Die Wellen sind allerdings oft so groß, dass die rote Flagge gehisst ist und man nicht schwimmen gehen darf/kann.

Piscinas Naturales in Garachico

Garachico ist ein super süßes Örtchen mit einem großen Kirchvorplatz, Wanderwegen, natürlichen Schwimmbecken und dem besten Eis der Insel (die Eisdiele heißt Fragola und befindet sich quasi gegenüber der Piscinas)! Mal abgesehen von diesem kulinarischen Highlight, gibt es dort eine Art natürliche Schwimmbecken mit kleinen Treppen, in denen man baden kann. Super schön! Allerdings kommt es auch hier wieder auf den Wellengang an. Wenn das Meer still ist, ist das Wasser ganz klar, schimmert in den verschiedensten Blautönen und lädt nur so zum Baden ein. Sollte es wellig sein, schießen die Wellen durch die Schwimmbecken und man darf nicht hineingehen. Das macht tatsächlich Sinn, denn die Wellen können Menschen über die Abgrenzung hinausziehen und die Strömung hat leider schon den ein oder anderen Unvorsichtigen mit sich gezogen. Deswegen sollte man sich auf Teneriffa tatsächlich an die rote Fahne halten – ich finde das persönlich ja immer schwer zu akzeptieren, habe mich aber dort auch brav daran gehalten ;)

 

Roadtrip durch das Anaga-Gebirge nach Almaciga und Playa Benijo

Von La Laguna fährt man einmal quer durch die Berge auf die andere Küstenseite zum Playa Benijo. Die Szenerie dort mit den steilen Klippen und dem Meer ist einfach unwirklich und wahnsinnig beeindruckend. Ich bin ein absoluter Naturmensch und liebe es, wenn die Natur erhaben wirkt und die Menschen klein und belanglos erscheinen. Genau das ist dort der Fall.

Die Straße dorthin ist sehr kurvig, aber du fährst durch das Angab-Gebirge hindurch und fühlst dich teilweise wie in einem Nebelwald! Achtung: Jacke einpacken! In den Bergen wird es auch bei strahlendem Sonnenschein frisch!

Übrigens kann man vom Playa Benijo wunderschön den Sonnenuntergang bestaunen. Allerdings muss man die kurvenreiche Strecke dann im Dunkeln zurückfahren…

Auf dem Weg zum Einstieg in das Anaga-Gebirge, um nach Benijo zu fahren, kommt man übrigens fast an dem View-Point auf den Playa Las Teresitas vorbei ;)

 

Las Teresitas

Las Teresitas wird oft als der schönste Strand der Insel bezeichnet. Er sieht auf den Bildern aus, wie ein Strand in der Karibik und schmückt viele Titelbilder der Reiseführern. Doch Las Teresitas ist ein mit Sahara-Sand künstlich angelegter Strand, der mehr als untypisch für Teneriffa ist. Wenn du entspannt ohne Wellen ins Wasser gehen möchtest und Lust auf den ein oder anderen Mojito am Strand hast, dann ist Las Teresitas perfekt. Der Strand liegt etwas außerhalb der Hauptstadt Santa Cruz, kann aber problemlos mit dem Bus (910 Richtung San Andrés/Las Teresitas) oder dem Auto angefahren werden. Der Parkplatz ist recht groß und kostenlos, allerdings sollte man keine Wertsachen im Auto liegen lassen, da diese ständig in minutenschnelle ausgeräumt werden… Ähnliches gilt natürlich auch am Strand selber.

Der Strand ist eigentlich super schön in den Bergen gelegen, doch mich hat die Fahrt durch den Industriehafen und der Blick auf die alten Bohrinseln abgeschreckt. Einen Besuch ist der Strand aber auf jeden Fall wert! Achtung – es ist oft windig. Dann einfach eine Liege mieten (die kosten ca. 3€ für den Tag) und schon kann man entspannt in der Sonne liegen ohne ständig Sand im Mund zu haben :D

Aussichtspunkt Las Teresitas

Wenn man vor der Einfahrt zum Parkplatz links weiter fährt, kommt man den Berg hinauf zu einem Aussichtspunkt. Auch hier: ACHTUNG, es wird geklaut! Unser Auto wurde leider auch aufgebrochen und obwohl nichts sichtbar im Auto lag, wurde der ganze Kofferraum ausgeräumt :/ Aber der Blick auf den Strand ist wirklich super!

SÜDEN

Caleta de los Hippies

Der Hippie-Strand ist mein Lieblingsstrand auf Teneriffa. Hierhin verirren sich nur ein paar Touristen und FKK-Liebhaber hin, da der Strand in der Regel nicht eingezeichnet ist und man ein wenig klettern und suchen muss, bis man dorthin gelangt..

Im Navi findet man den Strand in der Regel unter Playa Diego Hernandez. Du parkst das Auto am Ende der Straße bei der Brücke, die zu dem Golfplatz gehört. Von dort läufst du direkt neben dem Golfplatz durch die Prärie Richtung Meer. Der Zaun des Golfplatzes liegt rechts von dir. Irgendwann geht es dann bergab und du folgst einfach dem etwas ausgetrampelten Pfad. Es gibt nicht nur einen Weg dorthin und wir haben auch immer wieder verschiedene Routen genommen. Insgesamt läuft man ungefähr 20-30 Minuten in sehr gemütlichem Tempo. Bei klarer Sicht, hat man übrigens einen tollen Blick auf die Nachbarinsel La Gomera. Pack dir auf jeden Fall genügend zu Trinken ein und setzte einen Hut/Cap auf, denn die Sonne dort knallt wie in der Wüste..

 

Wanderung durch die Masca-Schlucht

Die Wanderung durch die Mascara-Schlucht zählt zu den schönsten Wanderungen auf Teneriffa. Ich sehe das ähnlich und habe darüber auch schon berichtet :) Die Wanderung durch die Masca Schlucht. Der Einstieg liegt in der Nähe von Los Gigantes.

 

El Médano

El Médano ist das Windsurf-Mekka der Insel. Fest in der Hand deutscher Sportler, lockt der Strand mit feinem, helleren Sand und der Möglichkeit, unbeschwert baden zu gehen. Zudem gibt es eine schöne Strandpromenade, viele süße Läden, Cafés und die zweitbeste Eisdiele der Insel! Die findest du fast gegenüber von dem Eingang des großen Hotel El Médano, das direkt zu beginn des kleinen Strandabschnittes in der Nähe des Marktplatzes liegt. Das Hotel ist das weiße Gebäude hinten rechts auf meinem Bild.

 

Montaña Amarilla

Montaña Amarilla heißt übersetzt Gelber Berg und ist eigentlich nur eine beeindruckende Felsformation direkt am Wasser. Der Montaña Amarilla liegt eine Ausfahrt südlich von El Médano und lohnt sich für einen Abstecher auf jeden Fall. Man muss dort aber keinen ganzen Tag einplanen. Falls du Wasserschuhe und ein Schnorchel-Equipment dabei haben solltest, dann pack das mit ein.

Playa del Duque

Der Playa del Duque ist gefühlt der mondänste Strand der Insel. Es lohnt sich also ein Lunch-Paket einzupacken ;) Allerdings ist das einer der wenigen hellen Strände mit türkisfarbenem Wasser, an dem man nicht weggepustet wird und meist entspannt ins Wasser gehen kann. Von hier ist es auch nur einen Katzensprung ist das deutlich rummeligere Las Américas.

Surfvibes in Las Américas

Las Américas ist definitiv nicht schön! Zusammen mit Los Cristianos tummelt sich hier ein großes Hotel an das Nächste. Es gibt einen kleinen geschützten Strand, an dem man ganz gut ins Wasser gehen kann. Ansonsten gibt es eine sehr lange und auch schön angelegte Promenade direkt am Wasser, mit vielen Geschäften und dem besten Blick auf die Surfer. Denn das war der eigentliche Grund, warum ich so oft im Süden war: A) ist das Wetter hier auch im Winter ziemlich mild und man kann nochmal in kurze Klamotten hüpfen; B) Ist das der Surfer-Ort der Insel. Um die Inselspitze reihen sich verschiedene Spots, die geographisch von verschiedenen Swell-Richtungen erreicht werden können. Damit hat man meistens eine Chance, dass irgendwo surfbare Wellen zu finden sind. Allerdings erreicht man diese nur über steiniges Riff – Schuhe nicht vergessen, denn es gibt unzählige Seeigel.

Falls du auf der Suche nach einem Board oder Surf-Stunden bist, dann wirst du in Las Américas ziemlich schnell fündig. Als Surfschule kann ich die Friends of the Oceans (die Surfschule in der kleinen Gasse, die rechts von BurgerKing abgeht) empfehlen. Dort bekommst du wirklich super Unterricht für alle Levels, sehr faire Preise und zudem ist Amadéo echt ein Unikat im positiven Sinne. Dort kannst du dir übrigens auch Carver- und Longboards ausleihen.

Siam Park

Der Siam Park gehört zu den beliebtesten Wasserparks der Welt. Vielleicht hast du schonmal das ein oder andere Video bei Facebook und Co. dazu gesehen. An sich besteht der Park nur aus Rutschen und einem Wellenbecken. Er ist aber sehr tropisch angelegt und die Rutschen sind super spaßig! Ich war mit meiner Familie dort und wir haben den Tag mehr als genossen. Falls du auch auf der Insel wohnen solltest und dort gemeldet bist, bekommst du Rabatt für den Eintritt!

Wo wir schon bei den Parks sind. Es gibt einen zweiten sehr bekannten Park auf Teneriffa: Den Loro Park. Bitte, bitte, bitte: GEH NICHT IN DEN LORO PARK! Der Park arbeitet mit Walen und Delfinen und hält die Tiere in unfassbar kleinen Becken und trainiert diese für ihre Shows. Mit deinem Besuch unterstützt du das. Falls du dich für das Thema interessierst oder dich fragen solltest, warum man das nicht unterstützen sollte, dann empfehle ich dir die Doku Blackfish, die es auch bei Netflix zu gucken gibt. Oder du liest mal meinen Artikel zum Elefantenreiten, der thematisch damit zu tun hat ;) Alternativ dazu kannst du Wale und Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum im Süden der Insel sehen! Ganz ohne Planschbecken und dämliche Tricks – das ist um einiges Beeindruckender! Achte aber auch hier bitte darauf, dass du eine Tour wählst, bei der darauf geachtet wird, dass genügend Abstand zu den Tieren gehalten wird. Selbst dann kommst du noch sehr nah dran und kannst sie gut sehen. Aber du möchtest ja auch nicht, dass dir ständig jemand ungefragt auf die Pelle rückt! ;)

Faro de Teno

Der Leuchtturm liegt am äußersten (West-)Ende der Insel. Um ehrlich zu sein, ist der Weg dorthin das Ziel. Wobei auch der Leuchtturm und der Blick auf die Klippen von Los Gigantes nicht schlecht sind.

Teide Nationalpark

Und wo wir schon bei unwirklichen Landschaften sind, muss es natürlich noch um den Teide Nationalpark gehen. Der Park ist nach seinem Vulkan benannt, der tatsächlich das Wetter der Insel bestimmst. Auf den Vulkan führt eine Seilbahn, die allerdings aufgrund der Windbedingungen oft nicht fährt. Wenn du gerne mit der Bahn nach oben fahren möchtest, kannst du die Karten vorher im Internet kaufen (mit der Gefahr, dass die Bahn an dem Tag nicht fährt und du nochmal wiederkommen kannst/musst) oder du bist schon recht früh morgens dort, um nicht erst ein Ticket für den Nachmittag oder gesagt zu bekommen, dass schon alle Tickets für den Tag verkauft wurden.

Es gibt auch noch die deutlich abenteuerlichere Möglichkeit, den Teide hoch zuwandern. Meinen Erfahrungsbericht dazu findest du hier: Den Sonnenaufgang vom höchsten Berg Spaniens aus  betrachten. Natürlich kannst du dort auch tagsüber hochwandern. Für Aufstieg auf die Spitze benötigst du allerdings eine Erlaubnis, die du vorher beantragen musst.

Abgesehen davon, ist der Park selber einen Besuch wert. Er wartet mit den verschiedensten Landschaften auf: von Waldgebieten bis hin zu der verrücktesten Mondlandschaft! Für den Besuch empfehle ich auf jeden Fall ein Auto!

 

Das waren meine persönlichen Highlights – wobei es ehrlich gesagt noch einiges mehr gibt, was man sich auf Teneriffa ansehen kann. :)

Warst du schon mal auf Teneriffa? Was sind deine Highlights? Und was möchtest du unbedingt (nochmal) machen/sehen? Ich freue mich immer über Kommentare, Anregungen und Ideen :)

2 Kommentare bei „Meine Teneriffa Highlights“

  1. Liebe Jana,
    super Beitrag über dein Jahr auf Teneriffa!
    Richtig gut strukturiert mit tollen Bildern und damit sehr informativ. Macht Lust auf einen Revival-Besuch!
    Schön, dass sich das ein oder andere Foto auch auf unserem Fotokalender wiederfindet :-)
    Deine Mami

    1. Die Fotoauswahl ist mir nicht leicht gefallen – bei einem Jahr und viel Besuch sammeln sich doch ein paar Fotos an :)
      Vielen Dank!

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