Sonnencreme, die dem Meer nicht schadet

Sonne – für mich immer ein Garant für gute Laune. Wenn morgens die Sonne scheint springe ich förmlich aus dem Bett. Ich liebe das Gefühl, wenn die ersten Sonnenstrahlen nach dem Winter so ein schönes Kribbeln auf der Haut auslösen. Wobei für mich eigentlich nichts über den Mix von Salzwasser und Sonne auf der Haut geht :) Gerne mit ein paar Kokospalmen am Strand und einem Riff oder ein paar Wellen vor der Nase, damit es im Wasser auch nicht langweilig wird. (Ihr merkt, ich bin habe wirklich einen starken Vitamin D Entzug.)

Doch UV-Strahlen sind gefährlich. Jeder weiß, dass Sonnenbrände das Hautkrebsrisiko enorm steigern und dazu noch unschön aussehen und höllisch wehtun können. Von den Falten fangen wir gar nicht erst an. Deshalb heißt es: Immer schön mit Sonnencreme einschmieren. Wichtig war mir dabei bisher immer, dass der Lichtschutzfaktor besser eine Stufe zu hoch war, ich mich schon Zuhause eincreme und regelmäßig nachschmiere. Dabei habe ich immer darauf geachtet, dass die Creme noch vernünftig einziehen kann, bevor ich wieder ins Wasser gehe. Wobei das auch eher aus dem Grund, damit ich mich nicht verbrenne, wenn die Creme sich abwäscht.

14.000 Tonnen Sonnencreme landen jährlich im Meer

Worüber dabei wohl kaum jemand nachdenkt, ist die Tatsache, dass ein Großteil der Sonnencreme in den Meeren, Seen oder Flüssen landet und dabei ziemlich schädlich für unser Ökosystem ist.

Dadurch, dass die Menschen sich mit Sonnencreme eincremen, tragen sie bis zu 14.000 Tonnen davon in die Ozeane und zwar jedes Jahr. Das Problem dabei ist, dass Sonnencreme sehr giftig für Meeresfische, Korallenriffe und einige andere Meereslebewesen ist.

– Youson Ding

Ich wurde das erste Mal darauf gestoßen als ich meinen Tauchschein gemacht habe. Dort hat unser Tauchlehrer uns erklärt, dass Sonnencremes das Korallensterben fördern.

Zwei Arten von UV-Filtern

Chemische UV-Filter führen zum Korallensterben

Es gibt zwei Arten von UV-Filtern: Chemische und Mineralische. In herkömmlichen Sonnencremes wird in der Regel mit chemischen UV-Filtern gearbeitet, die oft aus organischen Verbindungen meist auf der Basis von Kohlenstoff bestehen. Diese UV-Filter führen dazu, dass Korallen ausbleichen und absterben können. (Übrigens eine super interessante Doku zu diesem Thema ist Chasing Corals auf Netflix!) Italienische Forscher fanden in Tests heraus, dass mit zehn Mikrolitern Creme pro Liter Meerwasser viele Korallen bereits nach 96 Stunden tot waren.
Außerdem stören diese UV-Filter das Wachstum von Phytoplankton, mikroskopischen Algen, die ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette in den Meeren sind.

Chemikalien wirken wie Hormone

In Sonnencremes sind zum Beispiel Inhaltsstoffe wie Benzophenon oder Octocrylen enthalten. Diese Chemikalien sind problematisch, weil sie zum Teil ähnlich wirken wie Hormone. Das bedeutet, sie können den Stoffwechsel von Organismen durcheinanderbringen. Und auch Veränderungen in der DNA von Korallen verursachen. Ob sie bei anderen Organismen die gleiche Wirkung haben können, ist bisher noch nicht genau erforscht. 

Inhaltsstoff gilt als potenziell krebserregend

Benzophenon wurde außerdem auch von der Internationalen Agentur für Krebsforschung als potenziell krebserregend eingestuft. Produkte mit diesem Stoff sind aber trotzdem noch im Handel zugelassen.

Mikroplastik ist selbst in Sonnencremes zu finden

Das Thema Mikroplastik ist ja (zum Glück) in aller Munde. Da ist es umso verwunderlicher, dass normale Sonnencremes zum Großteil Mikroplastik enthalten, das auf direktem Wege über uns in die Meere gelangt. Manchmal frage ich mich, wozu wir so viele Richtlinien haben, wenn solche offensichtlichen Fehlentscheidungen einfach ignoriert werden.

Urlaubsregionen verbieten organischen Sonnenschutz

Der US-Bundesstaat Hawaii hat beispielsweise gerade zum Schutz der Riffe ein Gesetz verabschiedet, das den Verkauf von Sonnencreme mit den üblichen chemischen UV-Filtern Octinoxat und Oxybenzon ab 2021 verbietet. Dann darf nur noch Bio-Creme mit mineralischen Filtern geschmiert werden. Und auch auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán (Cancun, Tulum, Playa del Carmen und Cozumel sind hier mehr als beliebte Touristenorte) sind nur noch biologisch abbaubare Sonnenschutzmittel am Strand erlaubt.

Mineralische UV-Filter als Alternative

Alternativ zu organischen UV-Filtern gibt es Cremes, die durch Mineralien wie Titandioxid oder Zinkoxid Schutz vor den gefährlichen UV-Strahlen bieten. Diese Wirkstoffe wirken wie winzige Spiegel auf der Haut und schützen, indem sie das Sonnenlicht reflektieren. Vielleicht ist dir schonmal aufgefallen, dass viele Surfer eine dicke weiße Schicht im Gesicht haben, die selbst nach mehreren Stunden in den Wellen noch zu sehen ist? Das ist Zink.

Aber es gibt natürlich auch Cremes mit Zink, die man nicht so sieht und die sich leichter verschmieren lassen.

Auf der Suche nach der richtigen Creme – ohne dabei ein Vermögen auszugeben

Ich habe die letzten Jahre immer wieder nach einer bezahlbaren Alternative zu organischen Sonnencremes gesucht und das leider eher mit mäßigem Erfolg. Denn für einmal eincremen kann und möchte ich nicht 10€ oder mehr investieren. Zumal ich dann einfach auf das Eincremen verzichten würde, was auch keine Lösung ist.

Sobald ich tauchen oder schnorcheln gehe, versuche ich weitestgehend auf Sonnencreme zu verzichten, indem ich Wasser-T-Shirts (Lycras) mit entsprechenden UV-Filtern trage. Vor allem das Schnorcheln habe ich auf die Morgen- oder Abendstunden verlagert, da die Sonne dann nicht mehr so stark ist und meiner Haut weniger Schaden anrichten kann.

Dieses Jahr probiere ich das erste Mal die Sonnencreme von Eco Cosmetics, die in Tests in Sachen Umweltverträglichkeit und Anwendung ziemlich gut abgeschnitten hat. Ich werde berichten und freue mich aber über weitere Tipps und Erfahrungen :)

Wie umweltfreundlich ist die Alternative?

Allerdings haben Studien zu mineralischen UV-Filtern auch gezeigt, dass sie bei Sonneneinstrahlung mit dem Wasser reagieren: Dabei entstehen auch schädliche Stoffe. Diese sind aber deutlich weniger schädlich als organische Filter.

Forscher suchen also noch nach der umweltfreundlichsten Möglichkeit. Doch wer seine Umwelt schonen möchte, sollte generell darauf achten, dass die Creme mindestens eine Viertelstunde lang einzieht. Dann gelangt auf alle Fälle weniger Sonnenschutzmittel im Meer.


Du hast schon eine gute mineralische Sonnencreme ausprobiert? Dann schick mir doch gerne mal den Namen oder schreibe ihn in die Kommentare :)

9 Kommentare bei „Sonnencreme, die dem Meer nicht schadet“

  1. i+m Sun Protect Sonnenschutzpflege 12,90 € / 100 ml bei Amazon bestellen oder bei Müller
    Varianten: Sonnenmilch und Sonnencreme Gesicht
    Lichtschutzfaktor 30
    Frei von Nanopartikeln
    Vegan
    Wasserfest
    Die soll bei Test sehr gut abgeschnitten haben, werde ich jetzt mal probieren!

    1. Hallo Cari,
      berichte doch gerne mal, wie du mit der Sonnencreme klar kommst nachdem du sie ein paar Mal benutzt hast :)
      Die Fakten klingen ja erstmal vielversprechend!
      Sommerliche Grüße
      Jana

  2. Liebe Jana!
    Danke für deinen Beitrag. Finde ich sehr, sehr interessant. Ich habe mich mit dem Thema bereits ein wenig auseinandergesetzt (weil ich selbst Produkte, die dem Menschen und der Umwelt nicht schaden, vertreibe) und für mich eine tolle Sonnencreme gefunden – Aloe Sunscreen von Forever. Vielleicht ist es auch die Richtige für dich!
    lg Kristina

    1. Liebe Kristina,

      vielen Dank für den Tipp. Die werde ich auf jeden Fall ausprobieren, wenn ich meine aufgebraucht habe! Vielleicht komme ich wirklich besser damit klar :)
      Und toll, dass du dir Gedanken über das Thema machst!

      Liebe Grüße
      Jana

  3. Hallo Jana,
    nachdem wir jetzt ganz kurz entschlossen nach Ägypten, Marsa Alam, fluegen, habe ich mir wegen der Sonnencreme und Korallenriffe auch meine Gedanken gemacht und fing an zu recherchieren. So kam ich auf Deine Seite und später auf die Seite von Naturkosmetic Caudalie.com
    Die haben sich genau über dieses Thema Gedanken gemacht und Sonnenschutzprodukte für den Erhalt der Natur der Meere im Programm.
    Ich habe mir die Produkte bestellt und hoffe, dass ich damit meine Haut guten Gewissens schützen kann.
    Liebe Grüße und “schön, dass es Dich gibt“
    Esther

    1. Hallo Esther,
      vielen Dank für den lieben Kommentar! Super, dass du dir vorher Gedanken machst :) Berichte gerne nach eurem Urlaub mal, wie die die Sonnencreme von Caudalie gefallen hat. Ich habe meinen persönlichen Favoriten leider immer noch nicht gefunden und daher auch noch nichts so richtig empfohlen..
      Euch einen tollen Urlaub! Grüße an die Fische und Korallen :)
      Jana

      1. Liebe Esther, eine ganz wichtige Sache: Caudalie gehört zur sogenannten „naturnahen“ Kosmetik, ist aber keine Naturkosmetik! Teilweise enthalten die Produkte hormonell wirksame Stoffe und auch Mikroplastik. Bitte immer ganz genau hingucken!

  4. Hallo Jana, du hast den Artikel super geschrieben und super gut recherchiert. Ich habe mir über das Thema auch schon etliche Gedanken gemacht, da wir auch auf Teneriffa leben und hier ein Sonnenschutz unerläßlich ist. Ich persönlich setze auf Zinksalbe, die ist deutlich billiger als die normalen Sonnencremes. Und wenn man jeden Tag cremen muss, geht das wirklich heftig ins Geld. Ansonsten, dicken, fetten Sonnenhut aufsetzen und darauf achten, dass er UV resistant ist. Ganz liebe Grüße vom Josef

  5. An diesen Aspekt habe ich bislang nicht gedacht.
    In jedem Fall wird über Meeresverschmutzung und Gefährdung mehr geschrieben als getan.
    Aufgeblähte Verwaltungen und Inkompetenz in der Politik tragen dazu massiv bei.

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